Archiv: 1915-05

Tagebuch 2.5.1915

Sonntag. Witterung wie seither, später etwas rauher und trübe. Die letzten Tage herrschen schon zeitweise heftige Artillerieduelle, auch viele Flieger beiderseits sind zu sehen, welche dann meistens schwer unter Feuer genommen werden. Sonst alles wie vorher. Nachts ist es jetzt meistens wieder dunkel.

Tagebuch 3.5.1915

Witterung etwas trübe aber trocken. Um 7 Uhr setzte unsererseits links von uns bei der 7. Reservedivision ein heftiger Artilleriefeuerüberfall ein, verbunden mit Inft.Feuer und Scheinangriff. Das Ganze dauerte circa 45 Minuten und polterte und krachte ganz anständig. Es blieb, Gott sei Dank, wieder bei dem blinden Lärm. Meinerseits Arbeitsdienst wie die Tage vorher. Des abends setzte etwas Regen ein, welcher auch die ganze Nacht feste anhielt, im Übrigen die Nacht fast sackdunkel aber ziemlich ruhig.

Tagebuch 4.5.1915

Es hat mit regnen aufgehört und klärt sich wieder auf, später sehr warm und gegen Abend gab“s ein schweres Gewitter mit heftigem Regen, so dadd die Schmiere diesen Tag wieder ziemlich groß war. Dienst wie die Tage vorher. Gegen Abend erhielten wir wieder Artilleriefeuer in unsere Stellung, circa 15 Schuss, jedoch ohne Schaden. Sonst nix Neues diesen Tag. Die Nacht verlief wie die vorhergehende.

Tagebuch 5.5.1915

Witterung gelinde, trübe mit zeitweisem Regen. Um 7 ½ erhielten wir wieder feste Artilleriefeuer in unsere Stellung, jedoch etwas mehr rückwärts, wo die neue Reservestellung gebaut wird. Trotzdem hatte die 6.Komp., welche an unserem linken Flügel anschloss, einen Verlust von einem Toten und einem Verwundeten zu beklagen. Auch die 11. Komp. rechts von Andechy hatte einen Toten. Arbeitsdienst wie gewöhnlich. 12 Uhr blinder Alarm, sonst im Allgemeinen Nacht wie vorher.